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Reisen im Coronasommer

Reisen in Zeiten von Corona – ich war mir lange Zeit nicht ganz sicher wie das aussehen könnte. Nach monatelangem Zuhausebleiben war ich im Juni wirklich reif für ein Abenteuer. Sinkende Zahlen gaben mir ein gutes Gefühl, ähnlich wie das deutsche Gesundheitssystem, dass international beeindrucken konnte mit wenig Toten und verhältnismäßig vielen Tests. Auch wenn sich ein Teil von mir für einen Sommer auf Balkonien eingestellt hatte, so war das grüne Licht der Regierung für Aus- und Inlandsreisen doch eine Erlösung, die ich sofort mit dem Buchen von Bahntickets feiern wollte.

Wie viele andere auch habe ich erstmal allen verkündet ich würde in diesem Jahr nur irgendwo in Deutschland zelten gehen, auch wenn das in Wahrheit ohne Auto (und ohne Zelt!) erstmal gewisse organisatorische Schwierigkeiten mit sich gebracht hätte. Plan B war, es einfach mit einem netten Hotel an der Ostsee zu probieren und so verschlug es mich und Sohnemann zusammen mit 2 weiteren Freundinnen ins Precise Resort Rügen, wo wir ein super entspanntes Wochenende in einem zweistöckigen Ferienhaus verbrachten, mitsamt Leihwagen und Abstechern nach Binz. Grundsätzlich eine tolle Idee und im Juni war es auch noch nicht unerträglich voll.

Nachdem dieser Trip von Erfolg gekrönt war, wurde ich im Juli schon mutiger und reiste für 2 Wochen ins Salzburger Land nach Österreich. Vier Hotels haben wir in dieser Zeit besucht und getestet und waren überrascht wie wenig man hierzulande von Corona gespürt hat. Nicht in allen Hotels trug die Belegschaft Masken und nicht alle Hotels haben das Buffet gestrichen und für Ausschank ausgetauscht, aber der Großteil hat sich bemüht und wir konnten unsere Zeit in der Riederalm, dem Post Family Hotel und dem Salzburger Hof in Zell am See wirklich genießen.

Mittlerweile war es August und da mein Sohn am 15.8. Einschulung hatte, wusste ich, dass diese ersten zwei Augustwochen meine letzte Chance sein würden nochmal eine etwas weitere Reise zu machen, bevor die Schulpflicht und Corona mir einen Strich durch die Rechnung machen konnten. Also tat ich was die Hälfte meiner Timeline zu machen schien: Ich buchte Tickets nach Korfu. Griechenland stand als Urlaubsziel bei vielen hoch im Kurs, sicher auch weil es sich mit Bravur durch die Coronazeit mogeln konnte und es zu dem Zeitpunkt gerade mal 5000 Fälle im ganzen Land gegeben hatte, über das komplette Jahr verteilt. Irgendwas machten die Griechen also sehr richtig.

Tatsächlich waren die Einwohner von Korfu unglaublich korrekt was die Sicherheitsvorherkehrungen für Coronavirus angeht. Kein Bäcker, kein Taxifahrer, kein Kellner war je ohne Maske zu sehen, auch wurde man freundlich daran erinnert selbst eine aufzusetzen, wenn man in ein Geschäft ging. Die Griechen nehmen die Ansteckungszahlen extrem ernst, was sicher auch ihren bisherigen Erfolg in der Coronakrise erklärt. Der respektvolle Umgang mit den Präventionsmaßnahmen hängt sicher auch damit zusammen, dass die Griechen auf Touristen angewiesen sind, wenn die Zahlen zu sehr steigen, bleiben auch die Besucher aus anderen Ländern fern. Obwohl die Menge an Touristen auf Corfu sicher nicht der Norm eines regulären August entsprach (ein lokaler Guide meinte es wären nur 1 Drittel der normalen Menge da) hatte ich dennoch den Eindruck, dass es angenehm voll war. Überall waren Menschen, aber man bekam noch gut einen Platz auch in beliebten Restaurants und am Strand.

3 Monate, 3 Reisen. Was habe ich daraus gelernt?

  1. Wenn man gesund ist, nicht zur Risikogruppe gehört und bereit ist die nötigen Sicherheitsregeln einzuhalten, kann man dennoch einen ganz wunderbaren Urlaub im Ausland verbringen
  2. Vorbereitung ist alles, deswegen unbedingt die Reiseapotheke mit ausreichend Paracethamol, Hustenmitteln und Masken, neben dem Standard wie Mückenspray und Pflaster, aufzufüllen.
  3. Deutschland ist bummsvoll, vor allem die bekannten Regionen wie Ost- und Nordsee, aber auch sämtliche Campingplätze. Ich habe sogar gehört, dass manche Ostseehotels ihre Preise verdoppelt haben, weil der Ansturm so groß war.
  4. Heiß begehrte Urlaubsziele wie Corfu, aber auch Mykonos, Cinque Terre und Santorini sollte man am besten jetzt besuchen, wo sie nicht so überlaufen sind wie sonst. Es macht alles soviel mehr Spaß, wenn man keine Zeit mit Schlangestehen verschwindet und sich nicht ärgern muss, dass man am selbsten Tag keinen Tisch mehr kriegt im Szenerestaurant.
  5. Fliegen klappt gut, auch wenn die Abstandsregeln nicht gelten und unsere Flüge sehr voll waren. Immerhin trugen wirklich alle die komplette Zeit über eine Maske.
  6. Bahnfahren erscheint mir Coronatechnisch nicht zwingend die sicherere Alternative, da man über sehr lange Zeit mit Menschen auf kleinem Raum sitzt, die nicht durchweg eine Maske tragen.
  7. Corfu ist der Knaller. Unbedingt bald wieder hin.

Ich kann sagen, dass ich wirklich froh bin diese Reisen angetreten zu haben. Durch sie konnte ich wieder auftanken und fühle mich jetzt besser gewappnet für einen kalten Winter ohne viele Möglichkeiten. Wenn die Politik vorschreibt zu Hause zu bleiben machen wir das natürlich und auch ohne Augenrollen, aber bis dahin versuchen wir unser Bestes uns innerhalb diesem neuen Normal zu orientieren.

*Dieser Beitrag enthält bezahlte Werbung.

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Katja Hentschel hat 5 paar Hände. So fühlt es sich zumindest an für die Fotografin, Reisebloggerin, Modebloggerin, Social Media Consultant und Mama. Nach 8 Jahren in Städten wie Paris, London und New York und einem Master Studiengang in Psychologie, lebt sie nun seit mittlerweile 6 Jahren in Berlin. Ihre anderen Blogs heißen travelettes.net und glamcanyon.com.

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