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Mit 2000 Leuten durch den Matsch – mein Tag bei der Krassfit-Challenge

Was hab ich mir nur dabei gedacht?! Ich bezahle eine Anmeldegebühr für ein Event, das mir haufenweise Schrammen, blaue Flecken und Dreck von Kopf bis Fuß bescheren wird. Ich wiederhole: Ich habe dafür bezahlt! Was mir vor einem halben Jahr noch wie eine grandiose Idee vorkam, wie der perfekte Ansporn regelmäßig Laufen und zum Crossfit zu gehen, erwischt mich knapp eine Woche vor der Krassfit Challenge wie ein fieser Nackenschlag. Aufgrund einer Verletzung war ich gezwungen knapp drei Monate eine Sportpause einzulegen, doch da stehe ich nun, mit nur noch einer Woche Zeit topfit zu werden oder zumindest auf eine extra Portion Glück zu hoffen. Die Krassfit Challenge ist ein Hindernis-Parcours auf etwa 10-15 Kilometern mit zahlreichen Hindernissen, bei der es über Stock und Stein, durch Schlamm und Sand, bergauf und bergab geht.

krassfit berlin 2014

Der Hype um die Krassfit Challenge befindet sich mittlerweile auf dem Höhepunkt. Es kursieren Videos, Fotos vom Aufbau des Geländes, Posts von aufgeregten Teilnehmern – dazu paaren sich meine gemischten Gefühle. Statt zu trainieren mache ich mir lieber Gedanken um die Teamverkleidung, wenn wir schon nicht durch herausragende sportliche Leistungen auffallen, dann eben durch neonfarbene Leggins. Wie immer auf den letzten Drücker finde ich am Vorabend zur Challenge die passenden Accessoires. Mit Kopfband und Co. bin ich bereit und 100% gespannt auf die Challenge des Jahres.

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Der große Tag ist gekommen!

Wir stehen in der Anmeldeschlange, unsere Startzeit ist 11:30Uhr und wir wissen nicht mehr als die nackten Fakten: 12,7km, 30 Hindernisse, 400 Höhenmeter. Das Adrenalin schießt bereits durch unsere Adern, wir hören schön das Dröhnen von Bass, Jubel, Stimmengewirr. Schnell die Startnummern angepinnt, noch ein paar Erinnerungsbilder vom Davor-Zustand schießen, dann zum Garderobenzelt die Taschen abgeben und ab in die Menge!

krassfit berlin 2014KrassfitCollage

Viel können wir noch nicht sehen, außer dem Zieleinlauf und der Startzone. Bevor wir an den Start dürfen, müssen wir uns aufwärmen und mit wir meine ich all diejenigen, die mit uns um 11:30Uhr loslegen. Mit lauter Musik und einem Fitness-Trainer springen wir auf der Stelle, machen Ausfallschritte, Burpees und kreisen die Arme, sodass uns allen innerhalb weniger Minuten warm wird.

Fast halb 12: es geht los!!! Wer jetzt glaubt, dass wir vom Aufwärmen gemächlich zum Start spazieren, der irrt sich. Stattdessen dürfen wir bereits das Erste von 30 Hindernissen überwinden: eine 2,20m Holzwand. Es nützt ja nichts zu jammern, ich schnappe mir also meinen Teampartner und ab geht’s mit Räuberleiter drüber. Soweit, so gut. Der Startschuss wird eine richtige Zeremonie, der Moderator hält eine Ansprache, die Nebelmaschinen werden angeschmissen, das Starttor wird in einen geheimnisvollen Nebel getaucht. Im Hintergrund der Ansprache läuft feierliche Musik. Wir werden dazu animiert im Wechsel mit dem Moderator “One – Team, One – Goal” und “Woohaaa” zu brüllen, uns auf die Schultern zu klopfen, zu hüpfen, uns gegenseitig zu toll zu finden.

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Dann endlich – der Startschuss fällt!

Das erste Hindernis auf der Strecke finde ich einfacher als angekündigt, denn die lose übereinander gestapelten Reifen sind mit einem kleinen Hopser übersprungen, doch dann kommt das erste Hindernis, das uns klar macht, dass wir schmutzig und nass werden: Ein Wasserbassin mit absolutem Brackwasser. Auf dem Bassin liegen Holzbalken, die uns zwingen auf Tauchkurs zu gehen. Logisch, es macht sich auf den Fotos ja auch eindeutig besser, wenn wir schon von Anfang an dreckig und nass sind. Weiter geht’s in Baucontainer voll zähflüssigem Schlamm, an Seilen hoch, Balanceakte über schmale Balken vollführend, über Netze krabbelnd, an Sprossen entlang hangelnd und lange Rutschen hinunter. Wir verlieren schnell jedes Zeitgefühl, wir denken einzig und allein an das Ziel. Zwischen uns stehen noch ein paar Holzwände von bis zu 3 Metern, ein Becken voller Eiswürfel und ein weiteres voller Schaum.

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Als das Ziel in Sichtweite liegt, geben wir noch einmal richtig Gas, um im Ziel nur noch glücklich auf den Boden zu fallen. Wir betrachten das Spektakel aus schmutzigen Menschen. Überall liegt Schlamm, Stroh, Schaum, Konfetti, zerfledderte Kleidungsstücke, die Teilnehmer fallen sich glücklich in die Arme und scheinen sich einfach nur zu freuen, die Herausforderung geschafft zu haben. Schwer zu glauben, aber wahr: Ein Drittel der Zieleinläufer sind Frauen! Mit so einem hohen Frauenanteil hatte ich bei der Anmeldung nicht gerechnet, aber gefreut hat es mich allemal!

Übrigens gibt es auch einen tollen Film von dem Matschfest, schaut mal rein…

Wer jetzt Bock bekommen hat, vielleicht selbst mal seine Frau in einer Challenge zu stehen…

*Alle Fotos via der KrassFit Facebook page

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