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An einem Morgen in Amerika

Seit ich vor 5 Wochen Mutter geworden bin, denk ich viel über Mütter allgemein nach. Mit einem ganz neuen Respekt und oft tiefer Bewunderung beobachte ich sie, auf der Straße, den Öffentlichen, im Supermarkt. Wie gestern, als eine Mama mit einer 3-jährigen hinten auf dem Rad und ihrem 6-jährigen Sohn, der selbst sein Fahrrad dabei hatte, die komplette Brigade gekonnt in das Abteil der S-Bahn manövrierte. Beide Räder so sicherte, dass noch alle Leute vorbeikommen konnten, dem Sohn einen Sitzplatz zuwies, die Tochter vom Rad nahm und beiden Kindern einen Snack mit einer Auswahl von 3 gesunden Köstlichkeiten (Müslibrötchen? Apfel? Weintrauben?) anbot. Das Ganze zudem in bester Laune und immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Als dann der Straßenmusiker ins Abteil kam, kramte sie in ihrer Tasche und gab auch diesem einen Euro. “Sieht nacht 4 Wochen aus.”, zwinkerte sie mir zu, als Reaktion auf meinen im Tragetuch schlummerndes Söhnchen. “Meiner kommt bald in die Schule. Es kommt mir vor, als war er selbst eben noch so klein.”, sagte sie weiter und deutete auf ihren Jungen. Was für eine tolle Frau, dachte ich nur. Eine echte Vollblutmama, die obendrein noch super sportlich und elegant wirkte. Ich bin ja schon gestresst, wenn ich nur ein paar Einkaufstüten mit der S-Bahn transportieren muss.

monday mornings mommy shorts

Gerne würd ich noch viel mehr über sie erfahren, die Mütter, die das alles packen. Denn eines habe ich auch nach nur 5 Wochen schon verstanden, Muttersein ist eine wirkliche Herausforderung. Dinge, die ich bis jetzt als selbstverständlich ansah, sehe ich jetzt in einem völlig neuen Licht. Das ist vielleicht auch der Grund wieso mich die Monday Mornings Serie auf dem amerikanischen Blog Mommy Shorts direkt ansprach. Hierbei dokumentiert die Fotografin Raquel Bianca jeden Montag den Start in den Tag einer Familie. Anfangs waren es Familien in verschiedenen Teilen New Yorks, dann expandierte die Serie auch in andere amerikanische Städte.

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Um 6 Uhr morgens steht die Fotografin vor der Tür der Portraitierten, um alles so authentisch wie möglich festzuhalten. Keine Zeit noch die Wohnung vom Vorabend zu putzen oder ein fertiges Gesicht Make-Up aufzutragen. Alles soll genau so sein, wie immer.

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Die Fotos werden immer auch von einem Interview begleitet, in dem die Frauen erzählen, wie es bei ihnen zu Hause läuft. Das Schöne hierbei ist, dass die Frauen alle aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen kommen. So werden Familien vorgestellt, die finanziell gut gestellt sind, eine durchgestylte Wohnung besitzen und ein Aupair angestellt haben. Dann gibt es aber auch Mütter wie zuletzt Shaneka, berufstätige Single-Mama mit 3 Kindern aus Chicago.

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Besonders schön finde ich auch, dass die Mütter die Fotos kommentieren können, da sie diese vor Veröffentlichung bereits zu sehen bekommen. So haben viele der Frauen oft eine ganz andere Wahrnehmung ihres Lebens, als die Bilder es widerspiegeln.

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Eine wirklich schöne Serie, die mich zum Denken angeregt hat. Heldinnen des Alltags, jeden Morgen (und Abend und überhaupt) aufs Neue.

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Katja Hentschel hat 5 paar Hände. So fühlt es sich zumindest an für die Fotografin, Reisebloggerin, Modebloggerin, Social Media Consultant und Mama. Nach 8 Jahren in Städten wie Paris, London und New York und einem Master Studiengang in Psychologie, lebt sie nun seit mittlerweile 6 Jahren in Berlin. Ihre anderen Blogs heißen travelettes.net und glamcanyon.com.

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